Ein willkommenes ökumenisches Projekt 

kinderbibel1Ökumenische Kinderbibeltage, was darf man sich darunter vorstellen? Es geht darum, den Kindern biblisches Wissen nahe zu bringen und da die Bibel das Heilige Buch aller Christen ist, ist diese kreative Arbeit mit der Bibel ein willkommenes ökumenisches Projekt, das schon seit vielen Jahren praktiziert wird – auch in Wipperfürth. „Schon als ich 1992 nach Wipperfürth kam, gab es das“, sagt Diakon Rüdiger Hentze, der schon viele Jahre, zuletzt von 2007 bis 2011  zusammen mit Pastoralreferent Norbert Caspers das Projekt betreute. „Damals, bevor ich in dieses Projekt einstieg, lag es in den Händen von Pastoralreferentin Hildegard Himmel und Gemeindehelferin Dorothea Steffens", sagt R. Hentze, "und es ging eine ganze Woche lang. Bis zu 160 Kindern nahmen daran teil und sprengten fast den Rahmen der Räumlichkeiten im evangelischen Gemeindehaus an der Lüdenscheider Straße.

Jona vor dem König von NiniveEinen Bruch gab es allerdings, als Frau Himmel von Wipperfürth weg ging und ich ohne katholischen Partner diese Tage zu gestalten hatte. Ich verlegte den Schauplatz des Geschehens nach Kupferberg und nutzte dort die noch großzügigeren Gemeinderäume für ebenfalls sehr schöne Kinderbibeltage. Die Kinderzahlen von 160 ließen sich aber dort bei weitem nicht erreichen.

Erst als Pastoralreferent Lenninghaus in die Arbeit einstieg, gab es wieder einen neuen Ansatz und eine Rückkehr in die Gemeinderäume an der Lüdenscheider Straße. Doch Lenninghaus blieb nicht lange und ich versuchte 2002 einen ganz neuen Wurf durch eine Anregung aus einer evangelischen Gemeinde in Wiedenest. Wir probierten ein biblisches Kinder-Musical und brachten mit vereinten Kräften – auch von katholischer Seite – 2004 den „Joseph, ein cooler Träumer“ und 2006 den „Noah und die coole Arche“ von Ruth Wilson und Hans Helmut Jost – Naujoks auf die Bühne des EVB. Hiermit konnten wir wieder fast 100 Kinder und deren Eltern begeistern. Es war allerdings auch ein entsprechender Kraftaufwand.“

 

Großer MitarbeiterInnen-Stab 

Löwen, die Daniel gefährlich werden konnten  Auf wen konnte man bei der Verwirklichung so aufwendiger Aktionen zählen? „In den Anfängen waren es vor allem (katholische ) Frauen, die mitgeholfen haben und ihre pädagogischen, handwerklichen und kreativen Fähigkeiten mit einbrachten. Später zogen die evangelischen Frauen nach und es war eine Zeit lang ziemlich ausgeglichen. Doch dann kam die Zeit, wo die Kinder von damals zu Jugendleitern heranwuchsen und selber mithelfen wollten bei den Kinderbibeltagen, die ihnen früher so viel Freude gemacht haben, für die sie aber irgendwann zu alt waren. Daraus entstand ein recht großer Fundus an Mitarbeitenden, auf die man sogar 2010 noch zurückgreifen konnte.“ 

 

Noch einmal ein neuer Ansatz 

Schlussapplaus der Jona-Aufführung Was passierte denn in den Jahren zwischen den großen Kinder-Musicals 2006 und 2009? „Es kam ein neuer Pastoralreferent, Norbert Caspers, der das Amt seiner Vorgänger übernahm und den Faden der hauptamtlichen Mitverantwortung bei den ökumenischen Kinderbibeltagen wieder aufnahm. So gestalteten wir zusammen 2007 eine Kinderbibelwoche zu „Abraham“ und erarbeiteten 2008 ein kleines Singspiel von Hella Heizmann „Der barmherzige Samariter“. Herr Caspers übernahm dabei vor allem den musikalischen Part, in dem er mit den Kindern die Lieder einstudierte, eine kleine Band zusammenstellte und die Aufführung leitete. Der restliche Mitarbeiter-Stab gestaltete mit den Kindern die kreativen Workshops. So ähnlich war es auch 2010, als wir „Die Hochzeit zu Kana“ von Hella Heizmann  inszenierten.  Neu war in diesem Jahr,  daas die Hochzeitsgesellschaft bei der Aufführung ringsum von den Eltern, Großeltern und Freunden umgeben war. Diese wurden in das Geschehen unmittelbar mit einbezogen. Es gab sogar richtig etwas zu essen und zum Nachtisch ein Stück von der dreistöckigen Hochzeitstorte, die der Koch-Workshop unter Anleitung von zwei Müttern selbst gebacken hatte.“Kinderbibeltage in Klaswipper

 

Breite didaktische Vielfalt 

Norbert Caspers selbst befragt zum Ansatz des aktuellen Konzeptes: „Das Besondere und zugleich das Attraktive dieser ganz auf Kinder im Alter von 6 – 14 Jahren ausgerichteten Bibelarbeit ist das breite Spektrum wirklich anschaulicher, hoch  kreativer und absolut kindgerechter Übersetzungshilfen der biblischen Botschaft. Da wird gespielt, gebastelt, geschauspielert, etwas hergestellt, was die Kinder auch mit nach Hause nehmen können, getanzt, gekocht, an Kulissen geschreinert, Kostüme genäht, Masken modelliert und viel gesungen, vor allem wenn eine Singspiel- oder sogar Musical-Aufführung die herbstlichen Ferientage abrundet. Aber es wird auch gebetet, meistens zum Ende des Tages, wenn das am Tag Erarbeitete allen präsentiert wird. Bibel mit allen Sinnen, bis in die Finger- und Haarspitzen. Es soll einfach Freude machen und glückliche und auch nachdenkliche Erinnerungen schenken an eine Kindheit mit biblischen Geschichten.“         So sehen Pharisäer aus                                             

 

Gestalten der Bibel 

Was waren das für biblische Erzählungen, die den Kindern nahe gebracht wurden? Rüdiger Hentze: „Es ging vor allem um biblische Gestalten des Alten Testamentes wie Abraham, Noah und die Arche, Jona, Joseph und seine Brüder, Daniel in der Löwengrube, David usw. Doch es gab auch schon einmal allgemeine spirituelle Themen wie „Ich bin ein Malig“ oder neutestamentliche Geschichten wie das Gleichnis vom „Barmherzigen Samariter“ oder der „Hochzeit zu Kana“ aus den letzten Jahren.“

Römische Kohorte im Anmarsch Die letzten Ökumenischen Kinderbibeltage fanden statt vom 26. bis 28. Oktober 2011 zum Thema: "Bibeldetektive auf Spurensuche. Viele verschiedene Indizien mussten drinnen und draußen in der Stadt entdeckt und 12 verschiedenen biblischen Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament zugeordnet werden. Mit Hilfe dieser Indizien erwachten die alten Geschichten zu neuem Leben. In diesem Jahr war die Beteiligung allerdings nicht so gut. Ob es an der späten und nicht ganz lückenlosen Werbung lag?  

Pastoralreferent Norbert Caspers