Seit 2008 finden in der Pfarrgemeinde St. Nikolaus jährliche „Geistliche Radtouren für Männer“ statt. Sie versprechen Erholung für Körper, Geist und Seele.

Die Verbindung von körperlicher Herausforderung, kulturellen Anregungen und religiösen Impulsen erfreut sich jährlich größerer Beliebtheit. Pastoralreferent Norbert Caspers, der die Idee von ganzheitlich ansprechenden Besinnungstagen mit nach Wipperfürth brachte, wählt jährlich einen Fluss oder eine Teilstrecke entlang eines deutschen Flusses aus und führt ca. 15 Männer von der Quelle zur Mündung oder von einer bedeutenden Flussmetropole zur anderen.

Der Tag beginnt und endet mit einer Andacht und/ oder thematischen Impulsen zu Themen, die den Lebensalltag der Männer betreffen. Unterwegs oder zum Tagesausklang laden Gesprächsrunden die Teilnehmer zu einem persönlichen Austausch der Erfahrungen und immer steht auch eine Begegnung mit gläubigen Christen auf dem Programm, die vor Ort leben – sei es in einem Kloster oder in einer Gemeinde.

Unterwegs oder in größeren Städten werden vereinzelt und ausgewählt kulturelle Sehenswürdigkeiten besichtigt. Hin und wieder wird auch eine professionelle Stadtführung in Anspruch genommen.

Doch auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. Gemütliche Runden in Biergärten, Cafés und Speisegaststätten schaffen im Tour-Alltag willkommene und unterhaltsame Unterbrechungen und bieten hin und wieder  die Möglichkeit, auch die einheimische Bevölkerung etwas näher kennen zu lernen.

Die Unterkünfte sind manchmal schlicht und manchmal auch recht komfortabel.   Pilgerherbergen bieten eher einen einfachen Komfort, Kloster-Gästehäuser dagegen  gelegentlich einen überraschenden und überaus angenehmen Luxus. Doch auch als Familienbetrieb geführte Pensionen und kleinere Hotels wurden schon angefahren.

Die Touren gehen über 4-5 Tage und finden meistens im Juni oder Juli statt. Der Preis für Fahrt, Unterkunft und Verpflegung und manchmal auch Führungen liegt bei ca. 350 €.

Leitung:

Pastoralreferent Norbert Caspers

Die Wuppertour – 2008 (kein Foto)

 

 lahntour2009

Die Lahntour - 2009

 

 altmuehltour2010

Die Altmühltour - 2010

 moldautour2011

 

An Moldau und Elbe - 2011
Von Prag nach Dresden

 

Elbtour 2012

Die Elbetour – 2012
Von Dresden nach Wittenberg

Kevelar Wallfahrt ist in Arbeit.
Wallfahrt Marienheide ist in Arbeit.
Der Pilgerweg an Wipperfüth vorbei nach Santiago de Compostela.
Nievenheim, das heute zu Dormagen gehört, wird urkundlich schon 796 und 801 erwähnt. Als Pfarre ist es seit 1262 bekannt. Berühmt wurde es 1557, als das seit 1464 in der Salvatorkirche zu Duisburg verehrte Bild des Salvator Mundi nach Nievenheim gerettet wurde. Duisburg hatte die Reformation angenommen und das Christusbild aus der Kirche entfernt. Nach alten Berichten war das etwa ein Meter hohe aus Eichenholz geschnitzte Bildnis des Welterlösers mit der Erdkugel in der linken Hand, der die Rechte belehrend erhoben hat auf dem Weg nach Köln in Nievenheim verblieben und dort ehrerbietig aufgenommen worden. Wenn die Kirche auch das alte Patrozinium St. Pankratius behielt, so stand von nun an die Salvatorverehrung im Mittelpunkt. Besonders seit dem Pestjahr 1667 erlebte die Wallfahrt einen bedeutenden Aufschwung. Konrad Schlaun baute 1743 die neue Kirche, für die Kurfürst Clemens August den Hochaltar stiftete, dessen zeltartiger Baldachin heute noch das Gnadenbild birgt. Die Hauptwallfahrtszeit beginnt Fronleichnam und schließt mit dem Sonntag nach dem Herz-Jesu-Fest. Auch in den Monaten September und November wird das Gnadenbild aufgesucht.  Nievenheim
 Piwip Nach dem Bericht des dortigen Pfarres Jung von 1977 kamen in der Wallfahrtzeit Fußpilgergruppen aus Wipperfürth, Thorr, Niederzier, Wissersheim und eine Männerwallfahrt aus Düsseldorf. Die Kölner und die Düsseldorfer zogen in der Nacht nach Nievenheim, wo in der Sonntagsfrühe die Pilgermesse stattfand. Außer diesen regelmäßigen Wallfahrten kamen 1976 noch Pilger aus Stieldorf und den Duisburger Pfarreien Liebfrauen und St. Josef, denen sich auch evangelische Christen unter der Leitung ihres Pastors Simon anschlossen. Der Bericht des Nievenheimer Pfarres erwähnt dann noch: “Nicht zu vergessen sind auch die vielen Einzelpilger, die namentliche zur Salvatorfestzeit sich zu uns nach Nievenheim begeben.” D. Wynands nennt in seinem Bericht auch noch Wallfahrer aus Lindlar, Neuss und Eicherscheid. Die Fußwallfahrt von Wipperfürth kommt seit 1745. 1985 waren es noch 60 Pilger.
entnommen aus Wallfahrt im Erzbistum Köln von Jakob Schlafke 1989 im E. Vey Verlag Köln

(gehalten am 24. Mai 2008 im Haus am Markt in Wipperfürth)

 

Liebe Nievenheim-Pilger!

Herzlich begrüße ich Euch! Ich freue mich, heute wieder eine Rede halten zu drüfen! Also: Zum 214. Mal zogen wir dieses Jahr zum „göttlichen Erlöser“ nach Nievenheim!

Mit dem Reisesegen unseres Pastors ging es pünktlich um 8:00 Uhr am Dienstagmorgen los! Kräftig und inbrünstig sangen wir das Lied: „Alles meinem Gott zu ehren“ und gingen dabei über die Untere Straße Richtung Krankenhaus zum Peddenpohl, unserer ersten Pilgerstation!

Hier konnte man die gesamte Pilgergruppe überschauen und es war erfreulich zu sehen, wie viele, nämlich über 30 Leute, sich auch in diesem Jahr auf den Weg zum „Salvator mundi“ machten, um ihm all ihre Sorgen und Nöte, aber ihren persönlichen Dank zu bringen! Darunter 5 neue Pilger! Somit hatte Lieschen am Donnerstag wieder viel zu tun bei der Taufe in Piwipp…

Jahrelang hatten wir nicht so günstiges Pilgerwetter wie in diesem Jahr! Kein Regen und keine brütende Hitze! Bei angenehmen Temperaturen um die 20 ˚C machten wir uns auf den Weg nach Nievenheim! Sicherlich spreche ich für alle Pilger, wenn wir für die guten Wetterbedingungen unserem Herrgott „Danke!“ sagen müssen…

So zogen wir Stunde um Stunde, begleitet durch unser andauerndes Rosenkranzgebet und ie frohmachenden Kirchenlieder auf dem alten Pilgerweg unserem 1. Tagesziel entgegen: Odenthal! Dort - erschöpft aber dankbar – wurden wir wieder sehr herzlich von unseren Herbergseltern aufgenommen! Allen unseren Herbergseltern in Odenthal und in Nievenheim ein herzliches „Vergelt´s Gott!“ für ihre Gastfreundschaft und teilweise schon Jahrzehnte langer Treue in die Wipperfürther Pilger! Der Herrgott wird es ihnen lohnen!

Wallfahrer sind ja immer sehr früh unterwegs! In diesem Jahr jedoch ging es morgens etwas später als sonst los… Was war los? Ungewöhnlich für uns Pilger! Der Grund war einfach: Hatte Dechant Anders doch glatt unsere Messe von 6:30 Uhr auf 6:45 Uhr verlegt… Tse, Tse, Tse!

Nun denn… so beschleunigten wir unseren Pilgerschritt und kamen – wie alle die Jahre zuvor – pünktlich in Nievenheim an!

Mit dem andauernden Gebet „Göttlicher Salvator zu Dir kommen wir, um Deine Hilfe flehen wir!“ knieten wir dankbar und ergriffen vor der verehrten Salvatorstatue nieder…

Wir erhielten den „Salvator Segen“ durch den Nievenheimer Pastor und sangen voller Imbrunst das Salvator-Lied, in dem wir Gott „bis in den Tod“ die „ewige Treue“ schwören…

Ich, Leo, gehe ja nun schon seit über 30 Jahren nach Nievenheim, Heidi hat dieses Jahr ihr 30jähriges Jubiläum, Lieschen ihr 25jähriges, viele, viele machen sich seit Jahren und Jahrzehnten auf den Weg nach Nievenheim und auch die frischgetauften Pilger, wir alle werden wohl mit Überzeugung sagen: Was haben wir eine herrliche, tröstende Religion! Da wir ja so katholisch sind, wurde abends „beim Mehl“ kräftig gefeiert! Große Freude herrschte, dass Kaplan Lahr mit dabei war, er hatte vorher mit uns die hl. Messe gefeiert und war extra aus Köln gekommen!

Am Donnerstag nahmen wir an der Fronleichnamsprozession in Nievenheim teil, verabschiedeten uns am 1. Altar und machten uns wieder auf den Weg nach Hause! In „Piwipp“ wurde gut gegessen und getauft. Dort stiegen wir dann in den Bus, der uns in einer guten halben Stunde nach Schlebusch bringen sollte, von wo wir unseren Weg nach Odenthal fortsetzen wollten… Also gut, ab in den Bus!

Noch eine halbe Stunde ausruhen können, aber was war das? Der Bus fuhr 35 Minuten, 40 Minuten! Immer noch waren wir auf der Autobahn! Kein „Haus Benz“ ins Sicht! Dafür aber umso mehr der „Fühlinger See“, Möbelhaus „Porta“! Der Kölner Autobahn Süden! … Unsere Busfahrer hatten sich verfahren… Nun denn, nicht schlimm! Haben wir eben längere Pause und die Busfahrt wurde immer lustiger! Wir unterhielten uns mit „Pilgerliedern“ und Witzen! Nach einer Fahrt durch Leverkusen erreichten wir dann doch Schlebusch und konnten unseren Pilgerweg fortsetzen!

Busfahrt ist eben Busfahrt, und Wallfahrt ist Wallfahrt!

Pünktlich ging es dann am Freitagmorgen wieder los! Wir machten uns betend und singend auf den langen Weg nach Hause zurück! In Lamsfuß wurden wir von Kaplan Gerhards und einer großen Schar von Messdienern abgeholt, an der Stadtgrenze erwartete uns unser Pastor!

Mit Pauken, Fanfaren und Fahnen erreichten wir erschöpft aber glücklich und dankbar unsere „Mama“-Kirche St. Nikolaus!

Wir Pilger sagen den Musikern, den Geistlichen, den Messdienern, den Fahrern Peter, Hilmar, Elmar und Klaus sowie den Gasteltern „DANKE“! Und allen, die im Hintergrund zum Gelingen unserer Wallfahrt beitragen…

So will ich zum Schluss hoffen, dass sich auch im nächsten Jahr wieder viele auf den Weg zum „göttlichen Salvator“ aufmachen und dass wir weiterhin „treu bleiben“!

Das wünscht Euch von Herzen

Euer Leo

Göttlicher Salvator Nievenheim


GESCHICHTE DER NIEVENHEIMER PILGERFAHRT

1794:

Ein Jahr großer politischer Unruhen. In Frankreich tobt blutig die Revolution. Das linke Rheinufer und von den Preußen in einem Sonderfrieden den französischen Revolutionstruppen überlassen. Der Absolutismus steht auf dem Höhepunkt. In unserer Heimat bedrohen ansteckende Krankheiten und Viehseuchen die Menschen und ihre Existenz.

So entschlossen sich einige Wipperfürth Bürger: Adolf und Josef Peppinghaus, Johannes Henseler und Wilhelm Wingenbach von Wingenbicke, zu einer Wallfahrt nach Nievenheim. Hier wurde seit 1756 ein von Duisburg nach Nievenheim verschlepptes, altes Gnadenbild des Welterlösers (Salvator Mundi) verehrt.

Von Jahr zu Jahr wuchs diese von den Bürgern in und um Wipperfürth getragene Wallfahrt. So ist es bis auf den heutigen Tag geblieben.

1812:

In diesem Jahr wurde die Wallfahrt durch den Pfarrer Hamm und Bürgermeister Orbann eine öffentliche, d.h. eine Angelegenheit der Stadt und der Gemeinde.

Die Pilger versammelten sich nach der Agathaberger Prozession und der Pfarrkirmes am Dienstag nach Dreifaltigkeit in der Pfarrkirche. Nach feierlichem Gottesdienst zog man unter Führung der gewählten Brudermeister über die alte Kölner-Straße nach Sechen und Odenthal.

1949:

Nach dem 2. Weltkrieg zog die Wallfahrt mit etwa 80 Pilgern wieder betend und singend zum göttlichen Salvator. 1951 waren es sogar 120 Pilger. Und so ist es bis heute geblieben. Betend, singend und betrachtend gehen die Pilger an 4 Tagen zu Fuß nach Nievenheim, das Gelübde unserer Vorfahren erfüllend.

Allen Reformplänen zum Trotz, die eine verkürzte Fußstrecke befürworten, nimmt man die Beschwernisse des Fußmarsches in Kauf. In einer Welt, in der sich alles so schnell ändert, halten sie die Treue zu diesem alten Versprechen, zur Ehre Gottes.

Jeder, der einmal mit pilgern konnte, rühmt die Gemeinschaft, die Freude und das ernste Bemühen der Bruderschaft. Diese Wallfahrt ist eine mächtige Predigt für die Welt. Viele Menschen die uns begegnen, schauen verwundert auf die Pilger und werden angeregt sich zu fragen, ob sie nicht auch in ihrem Leben auf die Pilgerschaft zum göttlichen Erlöser gehen sollen.

AUS DEM PILGERBÜCHLEIN DER NIEVENHEIMER WALLFAHRT

Die Brudermeister haben sich übrigens keines irdischen Gewinns aus den Kollektengelder zu erfreuen, sondern sind wie jeder andere Pilger auf eigene Kosten zu zehren verbunden, nur die Kosten, welche der Durchführung der Prozession an und für sich mitbringen, als Belohnung des Geistlichen, der die Prozession von hier nach Nievenheim begleitet, die Kosten des Dankfestes und noch einige andere Kleinigkeiten dürfen aus dem eingesammelten Opfer abgehalten werden, jedoch unter der ausdrücklichen Bedingung: das darüber in gegenwärtigen und dazu bestimmten Wallfahrtsbuch die gehörige Berechnung eingetragen wird.

Im Jahre 1843 ist auch mit dem Herrn Pastor und anderen Kirchendienern, wegen der Andacht in hiesiger Pfarrkirche ein Vertrag geschlossen worden.

Für den Herrn Pastor 
1 Thaler
Ministrant                                        20 Silbergroschen
Küster                                             10 Silbergroschen
Chorsänger                                     6 Silbergroschen
Orgelspieler                                     12 Silbergroschen
Balgtreter                                        6 Silbergroschen

 

AUS DER PRAXIS

Es regnete, ja es goss in Strömen. Der Pfarrer von Nievenheim erwartete die Pilger aus Wipperfürth.

Bedenklich gestimmt, bat der Pfarrer einen gerade leer gewordenen Bus, den Pilgern in Richtung Horrem entgegen zufahren und sie mit dem Bus nach Nievenheim zu bringen.

Doch unverrichteter Dinge kehrte der Bus nach einiger Zeit später zurück.

 

WALLFAHRT IST WALLFAHRT UND BUSFAHRT IST BUSFAHRT!

 

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