Der gregorianische Choral - eine der Urquellen der abendländischen Musik - gesungen auf Latein, der Muttersprache der Kirche, wird in St. Nikolaus als einziger Pfarrei im Oberbergischen Kreis regelmäßig gepflegt.

Die Schola des Kirchenchores St. Nikolaus hält dieses Erbe lebendig und gestaltet jeweils am ersten und dritten Sonntag des Monats das lateinische Hochamt um 11.00 Uhr in der Pfarrkirche.

St. Nikolaus, Wipperfürth jährlich samstags vor dem 5. Fastensonntag 21 – 22 Uhr

Kreuz in St. Nikolaus im Altarraum Es ist der Vorabend des 5. Fastensonntages. 21 Uhr. Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist ungewöhnlicherweise geöffnet. Man sieht in der Dunkelheit der Nacht einige Menschen in den alten Kirchenportalen verschwinden und in die ebenfalls dunkle Kirche eintauchen. Im Eingangsbereich erhellt nur das Licht einiger weniger Kerzen den romanischen Raum mit seinen massiven Säulen, breiten Rundbögen und  wuchtigen Gewölben. Tritt man weiter in die Kirche hinein, so entdeckt  man bald hinter dem Altar das von einer verborgenen Lichtquelle angestrahlte Kreuz, dessen Schatten geheimnisvoll in die Leibungen der Fenster des Altarraumes fallen. Es ist eine dichte, fast mystische Atmosphäre, in der der Besucher sich langsam zu Recht findet und seinen Platz sucht. … Es ist ganz still. Jeder Besucher bemüht sich darum, diese auch nicht zu stören.

Da ertönt leise die Orgel. Sie greift musikalisch die Raum- und Lichtwirkungen auf und webt sie frei in improvisierte  Klang-Sequenzen hinein. Dann wieder Stille. Der Kirchenbesucher ist angekommen. Das Herz ist offen und bereit  zum Hören, zum Aufnehmen…
Da erklingen überraschend, aber schnörkellos und schlicht vom Taufbrunnen her die Männerstimmen einer Choralschola. Sie lassen die mittelalterlichen Melodien des gregorianischen Chorals in das Gewölbe hinaufsteigen.