25. – 27. Januar 2013 Ohnesorg-Theater op d´r Thier

Hochwürden auf der Flucht

Der Kirchenchor St. Anna, Thier steht zum 158. Stiftungsfest nach seiner Gründung im Jahre 1855 auf der Bühne des Dorfgemeinschaftshauses in Thier und stimmt das zahlreich erschiene Publikum auf einen unterhaltsamen Theaterabend ein. Im Ambiente eines gemütlichen Wohnzimmers , das sich später als das Wohn- und Arbeitszimmer eines Pfarrhauses entpuppt, erklingt bewegt und bewegend in Kölner Mundart: „He deit et wih un do deit et wih, alles, wat joot deit, dat kamma nit mih!“ und dann mit den Worten der Kölner Kultband „Brings“: „Nä, nä, wat wor dat dann fröher en superjeile Zick, mit Träne in d´r Auge loor ich manchmol zurück.“

Vorsitzende: Claudia Stiefelhagen

Am Buschfelde 2 a

51688 Wipperfürth

Telefon: 02267/2969

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Chorleiter:     Gerhard Klein

Hammer 4

51688 Wipperfürth

Telefon: 02267/4571

Geschichte des Chores

Gegründet wurde der Kirchenchor 1855 als Männergesangverein von Adolf Burgmer, der in den Anfangsjahren auch die musikalische Leitung innehatte.
1861 übernahm Lehrer Schmöle die Leitung des Chores. Unter seiner Führung nahm der Verein einen sichtlichen Aufschwung. Die Chronik  erwähnt zum ersten Mal einen gemischten Chor und zwar  Männergesangverein und Knaben und Mädchen der Volksschule Thier. Frauenstimmen waren damals in der Kirche noch verboten. Auch wurde unter seiner Leitung Choral gesungen.

Unschuldig geschieden

Kirchenchor Anna macht traditionell Theater op d`r Thier

 

„Unschuldig  geschieden?  Das gibt  es  doch  normalerweise  gar nicht“,  so  beginnt  der  Regisseur der  10  köpfigen  Thierer Schauspielgruppe  Hans-Gerd Küster  seine  kleine  Ansprache vor  Beginn  der  Aufführung  am Sonntag, den 30. Januar  2011 im voll besetzten Dorfgemeinschaftshaus.  „Unschuldig  geschieden? Da  muss  doch  irgendwo  ein Haken  sein.  Ich  sage  nur  ein Wort:  „Schwiegermutter´“  Der erste Lacher geht durch den Saal. Das  kann  ja  heiter  werden.  Und dann  ist  da  auch  noch  von weiteren  Kriegsschauplätzen  die Rede…

Als  der  Vorhang  sich  wenig später  öffnet,  sind  auch  die  140 Besucher  der  dritten  Aufführung des  Lustspiels  von  Walter  G. Pfaus  an  diesem  letzten  Januar-wochenende  voller  Erwartung … und  sie  werden  nicht  enttäuscht. In  3  Akten  entfaltet  sich  ein zunächst  immer  komplexer  und unübersichtlicher  werdendes Spiel von  Intrigen und Verwechslungen  im  Bodennebel  menschlicher Schwächen und vordergründiger  Hoffnungen.  Es  ist  ein Kommen  und  Gehen  in  dem Wohnzimmer  des  verlassenen Ehemannes  –  dem  einzigen Schauplatz der Bühne. 1 Fenster, 3 Türen, 7 Hauptdarsteller. Einer gibt dem anderen die Klinke in die Hand  und  immer  neue  Konstellationen  von  geschiedenem Ehemann    Manuel  (Thomas Lamsfuß),  geschiedener  Ehefrau Anita  (Gabi  Eck),  Schwerenöter Oskar  (  Werner  Fleck),  seiner Geliebten Sonja  (Anke Mehlan), Privatdetektiv  Bernd  Hose (Jürgen  Mehlan)  und  der  schon angekündigten  Schwiegermutter  (Christa Selbach)
Schwiegermutter in aktion

mit der schönen Thea...

„...und ein Löffelchen für den Wipperfelder"., so tönte es vollmundig im mehr als gut besetzten Dorfgemeinschaftshaus von der Ohnsorg-Bühne. In der Laienspielgruppe des Kirchenchores St. Cäcilia, die schon seit vielen Jahren im Zweijahresrhythmus einen Schwank auf die Bühne bringt, darf auch beim 154. Stiftungsfest ein gutes „Feindbild" nicht fehlen. Da stört es auch nicht, dass dem ein oder anderen Thierer selbst Wipperfelder Blut durch die Adern fließt - im Gegenteil. Die andere Volksgruppe, auf deren Kosten in dem munteren Theaterstück kräftig gelacht wurde, waren die „Beamten". Das männliche „Dreigestirn" des Bauernhofes, in dessen Küche sich das klassische Drama aus Missverständnissen und Verwechslungen abspielte, bestand neben dem Bauern Hans noch aus „Frauenbeschwörer" Oskar, und Siggi, dem Finanzbeamten. Der Autor Erich Koch ließ keinen gängigen Beamtenwitz aus und legte sie der Reihe nach den Akteuren in ihr loses Mundwerk. Menschlichkeit,  Zukunftsvisionen und Leiden-schaften - alles ist bei Beamten per Dienstanweisung geregelt. So lernt man auch verstehen, dass die Frühstückspause zu ihren größten Leidenschaften gehört. Leben und Sterben,  Entschuldigung: Schlafen  des Beamten, das ist kein Beruf, das ist Berufung. Dass unser Beamter Siggi noch ledig ist, ist klar - wie sollte er es denn übers Herz bringen, dem Staat Ehe- und Kinderfreibeträge „abzunehmen"? „Lediger geht es nicht mehr", so Mizzi Sargnagel, die es auf den Heiratsschwindler Oskar abgesehen hat. Ihre Lebensweisheit: „Heiraten ist gar nicht so schlimm, man muss nur da-rauf achten, dass der Mann zuerst stirbt." Sie selbst ist schon im „Krematorium",  meint natürlich „Klimakterium", hat es aber nicht so mit den Fremdwörtern.

Wer am Sonntagnachmittag des 3.  Advent am 14. Dezember 2008 im Kontrast zum Rummel von verkaufsoffenen Sonntagen und glühweingetränkten Weihnachtsmärkten auf der Suche war nach Besinnung und kindlicher vorweihnachtlicher Freude, war im Dorfgemeinschaftshaus in Thier goldrichtig. Der Kirchen- und vor allem der Kinder- und Jugendchor St. Anna schafften es, unter Leitung von Gerhard Klein gut 2 Stunden kurzweilig zu füllen.