Obwohl wir eigentlich kein Kirchenchor im engeren Sinne sind, beschäftigen wir uns neben der „weltlichen Musik“ schwerpunktmäßig auch mit kirchenmusikalischen Werken, die wir - nicht nur wegen der besonderen Akustik - immer wieder gerne in Kirchen aufführen. Aus diesem Grunde freuen wir uns, dass wir uns Ihnen in diesem Kalender vorstellen können.
Als der seinerzeit neue Kantor Richard Knabke 1984 zur Gründung eines Kammerchores einlud, begann für uns eine Vereinsgeschichte, die neben vielen Höhepunkten natürlich auch mit der ein oder anderen schweren
Zeit verbunden war. Rückblickend verblassen aber die schweren Zeiten, während die schönen Dinge, die „Highlights“, in Erinnerung bleiben und von denen möchte ich Ihnen gerne ein wenig erzählen.

Sonntag, 9. März 2008: Es ist kurz vor Fünf. Wir eilen durch den Nieselregen aus dem Pfarrheim hinüber zur Kirche. Wie viele Besucher mögen wohl da sein? Ich öffne die Kirchentür; ein Duft von Weihrauch liegt in der Luft und erinnert an das Hochamt vom Vormittag. Gott sei Dank - die Kirche ist gut gefüllt. Noch ein kurzer, kritischer Blick der Mitsängerinnen – die Krawatte sitzt - es kann losgehen!

Wie geprobt treten wir durch die Seitenschiffe auf und füllen den Altarraum im Halbkreis vollkommen aus. Auf Richards Zeichen öffnen wir die Notenmappen und schon erfüllen die ersten Töne von Monteverdis „Domine, ne in furore“ das Kirchenschiff. Die Intonation der 19 Sänger im 6-stimmigen Werk ist sauber aufeinander abgestimmt. Richards Gesichtszüge entspannen sich, es läuft besser als bei der Generalprobe am Nachmittag. Unser Lampenfieber schwindet. Auch die beiden folgenden Chorwerke „Tristis est ani-ma mea“ von Johann Kuhnau und „O Domine Jesu Christe“ des spanischen Komponisten To-maso Ludovico da Vittoria gelingen wunderbar.

 

Kammerchor März 2008

In der Kirche ist es mucksmäuschenstill, als wir die „Matthäus-passion“ von Heinrich Schütz  anstimmen. Die intensive Probenarbeit zahlt sich aus. Während des gesamten Stückes halten wir über 40 Minuten lang haargenau den Ton. In der Rolle des Evangelisten versteht es Jürgen Wüstefeld hervorragend, die zum Teil sehr langen Rezitative mit feinem Gespür für die Dramaturgie der Passionsgeschichte zu gestalten. Bernd Weimann überzeugt mit fundiertem Bass in der Rolle des Jesus und auch die Solisten des Chores lösen ihre Aufgaben sicher und zuverlässig. Nachdem Jesus in das Grab gelegt worden ist, endet die Passionsgeschichte mit dem Chor „Ehre sei dir, Christe“, der  mit den Worten „Hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit“ ausklingt.

Angesichts dieses Schlusses endet das Konzert auf unsere Bitte ohne Applaus. Aus den anschließenden Gesprächen erfahren wir aber Dank für die Aufführung und Anerkennung für unsere Leistung, die sich nicht zuletzt auch in den Spenden am Ausgang niederschlägt.  

 

K.H.Burghof

Auf Initiative des Chorleiters Richard Knabke trafen sich im Frühjahr 1984 ca. 20 Sängerinnen und Sänger im ehemaligen Karl Josef-Haus zur ersten Probe eines neuen Chores: der Kammerchor Wipperfürth wurde „aus der Taufe gehoben". Im Laufe von zwei Jahrzehnten erarbeitete sich dieses Ensemble ein Repertoire geistlicher und weltlicher Chormusik, dessen Bogen von alter Musik (Schütz, Palestrina...) über die Klassik (Mozart, Haydn...) und Romantik (Brahms, Reger...) bis zur zeitgenössischen Chorliteratur (Distler, Miskinis...) reicht. Auch große Oratorien wurden in Zusammenarbeit mit anderen Chören aufgeführt:

- das Weihnachtsoratorium von J.S. Bach in Kooperation mit dem Vokalensemble Wiedenbrück

- das Oratorium „Der Messias" von G.F. Händel gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Nikolaus

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens ludt der Kammerchor Wipperfürth im Sonntag, den 26. September um 20.00 Uhr zu einem geistlichen Konzert in die Pfarrkirche ein.

Das Programm steht unter dem Leitmotiv ,,...denn Dein ist das Reich..." und umfasst u..a. Vater unser- Kompositionen aus verschiedenen Jahrhunderten.

Zum Schluss ein wichtiger Hinweis: Treffen Sie auch am Abend der Kommunalwahlen NRW die richtige Entscheidung -> besuchen Sie das Konzert des Kammerchores Wipperfürth in der Pfarrkirche St. Nikolaus!