Blasius-Segen: Schutz vor Halskrankheiten

Rund um den 3. Februar kann man den Blasius-Segen empfangen. Damit bittet man besonders um den Schutz vor Halskrankheiten. Aber kann der Segen auch corona-konform gespendet werden?

22. Januar 2021

Legende zum Hl. Blasius

Nach der bekanntesten Legende soll Blasius aus dem Gefängnis heraus durch Gebete einen Jungen gerettet haben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Auf diese Erzählung geht seine Verehrung als Schutzheiliger bei Halskrankheiten zurück. Sie ist für den Orient seit dem 6. Jahrhundert und im Abendland spätestens ab dem 9. Jahrhundert belegt.

Gekreuzte Kerzen für den Blasiussegen

Die gekreuzten Kerzen, die beim Blasiussegen verwendet werden, erinnern daran, dass Blasius während des Gretenwunders im Gefängnis war. Er saß also wörtlich "hinter Gittern". Die Kerzen, durch die der Segen gespendet wird, symbolisieren diese Gitter und zeigen damit, dass das Gebet durch alle Gitter dieser Welt hindurch kommen kann.

Wann wird der Blasius-Segen gespendet?

Der Blasiussegen wird eigentlich am Gedenktag des hl. Blasius am 3. Februar gespendet. Darüber hinaus ist es möglich, den Segen zu spenden

  • ab dem Vorabend des Gedenktages des hl. Blasius (3. Februar) gespendet werden. Ab dem Vorabend heißt also ab dem 2. Februar. Da am 2. Februar das Fest „Darstellung des Herrn“ (früher: Mariä Lichtmess) ist, wird der Segen aus praktischen Gründen oft im Anschluss an diese Messe gespendet. Eigentlich hat der Blasius-Segen aber nichts mit dem Fest "Darstellung des Herrn" zu tun.
  • am Sonntag nach dem 3. Februar ab der Vorabendmesse – also ab Samstagabend.

Der Segen wird grundsätzlich jedem einzeln gespendet, gerade weil es um diese persönliche Zusage der Nähe Gottes geht.

Blasius-Segen corona-konform?

Ob man den Blasius-Segen auch in Corona-Zeiten sicher spenden kann, hat Prof. Dr. Alexander Saberschinsky (Theologieprofessor und Referent für Liturgie in der Hauptabteilung Seelsorge des Erzbischöflichen Generalvikariats Köln) im Interview auf Domradio.de erklärt:

"Da gibt es entweder die gute Möglichkeit, dass man in der Kirche eine schützende Plexiglasscheibe hat, wie sie manche auch schon von der Kommunionausteilung kennen. Wo die nicht gegeben ist, muss der Segen nicht ausfallen. Nur dann muss man noch umso mehr auf Hygiene und Abstand achten und alle Beteiligten müssen vor allen Dingen bei dem Sprechen des Segens eine Mund-Nasenbedeckung tragen – und wenn es irgendwie geht, natürlich diese mit dem höheren Schutzgrad (Anm.: FFP2-Masken bzw. vergleichbare Standards). Dann empfehlen wir außerdem seitens des Erzbistums, den Segenszuspruch gemeinsam für alle zu sprechen und dann den Einzelsegen zu erteilen mit diesen zwei gekreuzten Kerzen und natürlich dem segnenden Kreuzzeichen. Also es geht, man muss sich nur ein bisschen darauf einstellen."

Was ist, wenn der Schutz des Blasius-Segens nicht funktioniert?

Professor Saberschinsky erklär im Domradio-Interview: "Ich möchte daher einfach mal einen Vergleich heranziehen aus dem zwischenmenschlichen Bereich. Wenn mir da jemand "alles Gute" wünscht und ich dann hinterher doch Pech habe, dann gebe ich ihm ja nicht die Schuld dafür. Jetzt könnte man natürlich sagen, vom lieben Gott erwarten wir aber ein bisschen mehr als von anderen Mitmenschen. Aber das heißt ja nicht, dass er der bessere Virologe ist.

Christus, in dem Gott Mensch geworden ist, will uns als Licht der Welt auch persönlich ganz nahe sein. Das spricht mir eigentlich dieser Segen zu. Und er will uns nahe sein in schweren Stunden, auch in Krankheit. Dass jetzt hier die Halskrankheiten erwähnt werden, das hängt mit der Legende des heiligen Blasius zusammen. Und er will uns auch in der Corona-Krise nahe sein. Das heißt nicht, dass er uns einfach alles erspart, aber es heißt, dass er uns nahe ist in allen Situationen, auch in den schwersten."