28. Mai 2017

Um 09.30 Uhr findet eine Hl. Messe in der Pfarrkirche St. Nikolaus, Wipperfürth statt. Anschließend führt die historische Prozession nach Agathaberg begleitet von Schützen, Pionieren und dem Musikverein Dohrgaul. In Agathaberg lädt ein Jahrmarkt ab 11.00 Uhr zum Anschauen, Mitmachen und Kaufen für Groß und Klein ein. Mit einem Bühnenprogramm, mit einer Oldtimerparade und Heißluftballon-Start wird der Tag abgerundet. 

Der Bürgerbus Wipperfürth fährt an diesem Tag von 11.00 - 17.00 Uhr im 20 Minuten-Takt für 1,50 € die Haltestellen Wipperfürth-Agathaberg-Thier an.

Lose für die Tombola sind bei den Agathaberger Vereinen (Bürgerverein, Schützenverein, Sportverein, Kirchenchor), den Dohrgauler Vereinen (Musikverein, Bürgerverein, Feuerwehr), dem Bürgerverein Düsterohl, sowie in der Dorfschänke Agathaberg erhältlich. Preis: 1,00 € je Los.

Veranstalter: Bürgerverein Agathaberg und die Stiftung "Die gute Hand"

Im Rahmen der 800-Jahr-Feier sind alle Wipperfürther eingeladen, am 28. Mai 2017 an der historischen Prozession nach Agathaberg teilzunehmen. Was steckt eigentlich hinter diesem Ereignis? Um dies zu verstehen, muss man über 500 Jahre zurück blicken. Es ist belegt, dass Wipperfürth im Mittelalter immer wieder Opfer verheerender Stadtbrände wurde. Als in der Nacht des 27. Juni 1465 ein Drittel der Stadt mit ihren eng stehenden und strohbedeckten Häusern und die Pfarrkirche St. Nikolaus erneut durch einen furchtbaren Stadtbrand zerstört wurden, gelobten der damalige Pfarrer Volmar de Helden und die Bürgerschaft, jährlich einen Fasttag und eine Andacht zu Ehren der hl. Agatha zu halten. Ferner sollte eine Wallfahrt nach Sizilien zu ihrem Grab unternommen werden. Die heilige Agatha erlitt Mitte des 3. Jahrhunderts unter Kaiser Decius den Martertod. Weil nach einer Überlieferung durch ihre Fürsprache die Stadt Catania vor der Lava des Vulkans Ätna gerettet worden war, gilt sie als die Schutzpatronin gegen Feuersgefahr. Die gelobte Wallfahrt erwies sich aber in den Folgejahren für die Wipperfürther als nicht durchführbar. Der Pilgerweg nach Catania war zu lang und viel zu gefährlich, die Kosten für die Ausstattung der Pilger nicht tragbar. Die kirchliche Behörde entband daher die Wipperfürther von ihrem Gelübde. Als Ausgleich ließ Pastor Volmar de Helden 1474 „eine Kapelle zur Ehre Gottes und der heiligen Agatha bei der Dierdorf“ erbauen, der Ursprung des heutigen Dorfes Agathaberg. Seitdem zog jedes Jahr am Dreifaltigkeitssonntag, also am Sonntag nach Pfingsten, die gesamte Wipperfürther Bürgerschaft in einer Wallfahrt auf den Agathaberg. In der Stadt blieb nur eine Wache zurück. Verbunden damit waren ein Jahrmarkt und eine Kirmes, die in Agathaberg begann und in den folgenden Tagen in Wipperfürth endete. Diese Tradition wurde über fast 450 Jahre lang beibehalten, bis Agathaberg im Jahr 1908 selbständige Pfarre wurde. Die Kirmes in Wipperfürth findet heute noch Dreifaltigkeitssonntag statt. Dieser über viele Generationen gelebte Brauch soll zum Stadtjubiläum 2017 erneut aufleben. Beginnend mit einer Messe in der Pfarrkirche St. Nikolaus am 28. Mai um 9:30 Uhr wird sich anschließend die große historische Pfarrprozession von Wipperfürth auf den alten Pilgerweg nach Agathaberg (ca. 4 km) begeben. Wie schon zur damaligen Zeit machen die mit Lederschürzen, Fellmützen und Beilen ausgerüsteten Pioniere der Schützen den Weg frei. Begleitet wird die Prozession, ebenfalls wie in den vergangenen Jahrhunderten, durch Schützen und Musikverein.